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Die neue Agentur-Praktikantin

Hallo Leute, irgendwann muss man es wirklich zu Papier bringen. Das Leben ist wirklich irre. Heute falle ich rein ins Büro. Im Kopf schwirrt mir noch das Buch aus der U-Bahn. Die Geschichte ist toll, ja es ist Geschichte. Genauer gesagt, handelt es sich um die Geschichte der DDR.

Interessiert dich das etwa?, fragt mich die neue Praktikanten neben mir.

Holla, natürlich bin ich nicht nur Inhouse Webdesigner unserer Agentur. In meinem anderen Leben, liebes Fräulein interessiere ich mich auch für Geschichte. Wer es genau nachlesen will: "In Zeiten des abnehmenden Lichtes" ist der Titel. Es ist eine Generationsgeschichte. Iris Radisch schreibt: DDR-Buddenbrooks-Roman. Das ist etwas prätentiös. Aber jene Frauen dürfen dies. Wie eben auch meine Tischnachbarin in der Agentur, die mich mit großen Augen anstarrt, als hätte ich ein IQ von über 1000.

Was liest du denn so?, frage ich ganz unverhohlen.

Und mein Chef kommt aus dem Büro, alarmiert, hüstelnd – worüber die sich wieder unterhalten, denkend. Natürlich kein Wort zu uns. Zielgerichtet läuft er auf den Kopierer zu. Wahrscheinlich der Praktikumvertrag . Keinen Cent bekommt die junge Dame. Sie ist fertig ausgebildet. Es ist der Einstieg in die Wirtschaft. Die niemals endende Schwelle, der Initiationsritus unserer heutigen Gesellschaft.

Statt zu antworten, fragt die blonde Frau mit Rehaugen, meine neue Praktikanten-Nachbarin: Du bist doch als Webdesigner angestellt, oder?

Ja, ich bin als Webdesigner angestellt, nicht in der Redaktion tätig. Aber auch Webdesigner können lesen. Ich grüße den Chef und frage die Dame neben mir:

Ja, und?

Dann setze ich mich auf meinen Arbeitsplatz. Der Dunst des Buches ist mir entflohen, ich bin wieder Webdesigner und starte meinen Computer.

14.7.13 09:38

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